Dear Diary…

Vor kurzem habe ich meine alten Tagebücher gefunden und war wirklich erstaunt und erschüttert zugleich, was ich da so wöchentlich hinein geschrieben habe. Beziehungsweise was ich erlebt habe, wie ich mit mir umgegangen bin und was ich für abscheuliche Gedanken mir selbst gegenüber hatte! Von ‚dreckige Ratte‘ über ‚verfressenes Tier‘ war eigentlich alles dabei. Und wie ich mich gequält habe, mit meinem Gewicht, jeden einzelnen Tag. Ich bin ständig auf Diät gewesen und habe dadurch ständig Fressanfälle bekommen. Nie habe ich es geschafft dünn zu werden. Mein ganzes Leben lang war ich nicht dünn und ich werde niemals dünn sein. Inzwischen will ich das auch gar nicht mehr. Damals schon. Damals war alles was ich wollte, dünn sein. Ich habe immer wieder sehr viel abgenommen, doch am Ende hatte ich jedesmal nur mehr drauf als vorher. Das kennt fast jeder: Der berühmt, berüchtigte JoJo-Effekt. Aber die fiesen Mobbingattacken in der Schule wurden einfach nicht weniger und mit zunehmendem Alter nur immer schlimmer. Mein Frust wuchs, irgendwann wusste ich mir nicht mehr besser zu helfen, als wieder auszukotzen, was ich gegessen hatte. Das war für mich die einzige Möglichkeit den Fressattacken entgegen zu wirken. Völlig krank, was man sich da in so jungen Jahren schon an tut. Damals hätte es mir sicher gut getan, ein kurviges Vorbild zu haben, oder irgendeine Person, die mir sagt, dass meine Figur vollkommen normal und wunderschön ist, wie sie ist. Man hat aber immer nur photogeshoppte Skinnymodels in den Zeitschriften gesehen. Im Fernsehen sah es auch nicht viel besser aus, die Dicken wurden eigentlich immer als die Dummen dargestellt.

Genau aus diesem Grund möchte ich euch intime Einblicke in mein damaliges Tagebuch geben und auch ein aktuelles schreiben. Ich werde nicht auf Satzzeichen oder Grammatik achten, sondern einfach schreiben, was ich gerade auf der Seele habe. Ich will, dass alle Mädels, die noch nicht richtig mit ihrem Körper klar kommen, wissen, dass sie nicht alleine sind. Das es anderen genauso geht! Ich habe mich damals alleine mit dem Problem gefühlt. Meine Mitschülerinnen waren alle dünner als ich. Als ich mit 11 Jahren bei einer Größe von 168 cm und 58 Kilo leicht, meine erste Diät anfing, begann der Teufelskreis erst richtig. Bis heute bin ich meine Essstörung nicht komplett losgeworden und zum Essen werde ich niemals ein normales Verhältnis haben, weil es seit jeher als Beruhigung für mich da ist. Egal wann und wo es mir schlecht geht, etwas zu essen tröstet mich immer, zumindest oberflächlich. Ich liebe Essen über alles! Gerade habe ich allerdings wieder eine dreitägige Saftkur hinter mir, da ich einfach immer zu gerne esse und wenn ich nicht aufpasse, wie ein Hefekuchen aufgehe. Mit Sport kann ich mein Essverhalten immer recht gut ausgleichen. Wenn ich aber mal eine Woche oder zwei nicht so motiviert bin, habe ich zack 3 bis 4 Kilo drauf. Das geht wirklich unfassbar schnell bei mir. Momentan bin ich aber wieder Sport-motiviert und versuche, unter anderem mit eurer Hilfe, mindestens dreimal die Woche ins Studio zu gehen.

Ihr seht schon, alles nicht so leicht.

Wie ich wirklich denke, fühle, lebe und gelebt habe, erfahrt ihr ganz bald hier, in meiner neuen Rubrik:

Dear Diary,….